Beim Stichwort „Klavierkonzert“ denkt man gemeinhin an ausladende Sonaten oder Variationenwerke, oft in festlich geschmückten Ambiente. Dass dies auch anders denkbar ist, das beweist Angelika Nebel in der erfolgreichen Reihe ihrer „Studio-Konzerte im Westend“, die nunmehr bereits beim 102. Konzert angekommen ist. Zielstrebig hat sie sich in Jahren eine Gruppe engagierter Zuhörer aufgebaut, die die Stühle im Parkplatz vor dem Studio ihres Hochhauses im Frankfurter Westend erwartungsvoll besetzt, kein Publikum im üblichen Sinne, eher eine gleichgestimmte Familie, die die Liebe zur Musik und zum Klavier vereint.
Und was bietet die Pianistin, die erst vor kurzem ihren 75.Geburtstag feierte? Kein Liszt, kein Beethoven, vielmehr eine Kollektion von einem guten Dutzend an Miniaturen, kein Sammelsurium, vielmehr dreifach gegliederte Beiträge zu anregenden Stichworten wie „Pastorale“„Herbst“ oder auch „Vergnügen im Herbst“, die diesmal den Rahmen bildeten. Hierbei ist Gängiges bewusst vermieden, wer kennt schon Valentin Silvestrov oder Ernesto Halffter mit ihren Beiträgen zum Thema „Pastorale“?
Da erwiesen sich die kurzen, präzisen Erläuterungen der Pianistin als höchst nützlich, ohne dass das Ganze in der nachmittäglichen Sonne – man war für die Schattenplätze dankbar – die Dauer einer guten Stunde erheblich überschritten hätte, dafür sorgte die sorgsame Auswahl der Stücke.
Den historisch frühesten Zeitpunkt markierten Scarlatti und – natürlich – Bach. Glücklich war die Auswahl aus Schumanns „Album für die Jugend“, wahrlich keine Kinderstücke oder „Waldszenen.
Eine griffige Zugabe beschloss den inspirierenden Abend, Ausgangspunkt für zahlreiche lebhafte Gespräche.

Gerhard Schroth (FAZ)

hr2 spielte am 14. August ‚Zu Tanze, zu Sprunge, so wackelt das Herz‘ in einer Klaviertranskription von Walter Rummel, gespielt von Angelika Nebel.

12. Juni am Nachmittag, auf dem Parkplatz hinter dem Haus Friedrichstraße 10/Westend …

Von fleißigen Händen werden Stühle getragen und  einladend angeordnet, ein Tisch, die Gläser, Brezeln, Getränke …

Nun die Programme, das Gästebuch, CDs …

Barbara, die Empfangsdame, begrüßt die Gäste, die ihre Plätze einnehmen, teils mit Sonnenschirm oder der Sonne zugewandt oder den Schatten suchend, das Wetter spielt wunschgemäß mit. Worum es geht?

             ‚2 Jahre – STUDIO-KONZERTE IM WESTEND‘.

17 Uhr, alle Fenster des „Studios“ werden geöffnet und das Jubiläums-Konzert kann beginnen.

99 Konzerte, um die 100 Kompositionen für etwa 200 Gäste, das ist die Bilanz dieser zwei Jahre.

Nach der Begrüßung nun ein Wechsel zwischen moderierender Einführung und den Kompositionen, die ich unter dem Motto „Natur und Liebe“ zusammengestellt habe.

Es erklingt Barockes, Romantisches mit Kompositionen von Robert Schumann im Zentrum, Claude Debussy, Edward Elgar und schließlich Christian Sindings fulminantes „Frühlingsrauschen“ zum Abschluss.

Zu spüren ist eine herzliche Zugewandtheit der Zuhörerschaft, die nach der gewünschten Zugabe, dem „Frühlingsrauschen“ als einem „da capo“, in eine Stimmung heiterer Gelöstheit übergeht.

Der Gesang der Vögel, die das Konzert gelegentlich mit-inspirierten, trägt dazu bei, die Gespräche beginnen, Menschen können einander begegnen, und das gemeinsame Genießen rundet die Freude des Erlebten ab.

Ich danke allen Gästen herzlich für ihr Kommen und freue mich auf ein Wiedersehen bei einem der Studio-Konzerte, deren Termine auf meiner Website aufgeführt sind.

Herzlich willkommen!

Das nächste Parkplatz-Konzert am Sonntag, 04. September um 16 Uhr mit einem fein abgestimmten Programm zum Thema Herbst!

Ihre/Eure Angelika Nebel 

„Hauskonzerte im Frankfurter Westend – was ist das Besondere an ihnen?
Nun, in ihrer Qualität, mit allen Vorurteilen gegen Konzerte gründlich aufzuräumen.
Allein schon der Rahmen ist einzigartig, es gibt kein Podium, statt dessen eine Fensterfront, die sich bereitwillig öffnet, wenn es losgeht. Hilfreich die knappen aber inhaltsreichen Kommentare der Solistin, sie weiß, wovon sie spricht. Und die Stücke passen in den sommerlichen Rahmen. Keine minutenlangen dramatischen Eruptionen, sondern Miniaturen, die eine Überschrift haben, die Phantasie ankurbeln, dazwischen wieder lebendige Erläuterungen, alles in überschaubaren, gut zu bewältigenden Dimensionen.

Und nun die Zuhörer. Kein Zufallspublikum, vielmehr sorgsam handverlesen. Viele kennen sich von ähnlichen Konzerten oder machen sich bekannt. Kaum zu überschauen die Zahl bereitwilliger Helfer beim Arrangieren der Sitzplätze im geradezu idyllischem Raum zwischen den Häuserzeilen, bei ihrer Anordnung. All dies geschieht so zwanglos harmonisch, dass man sich noch viele Sommertage wünscht, die dies möglich machen.“
GS (FAZ)  

„Herzliche Gratulation! Es war wie immer ganz zauberhaft und beglückend dir zu lauschen.“
S.W. 

„Vielen Dank für dieses wunderbare Erlebnis! Wieder einmal ein Genuss für die Ohren und die Seele!“
N.S. 

„Danke für dein Engagement, Menschen unter besonderen Bedingungen mit Musik zu erfreuen.“
B.S.

hr2 sendet am 29.03.2022 Violinpartita d-Moll BWV 1004 in einer Transkription von Frank Zabel gespielt von Angelika Nebel.