PIANONEWS 4/2018 Rezension OPUS MAGNUM II

26.07.2018, Carsten Dürer

Aus PIANONews 4-2018 http://www.pianonews.de/

Es ist bereits die zweite CD, auf der sich die Pianistin Angelika Nebel Transkriptionen von Bach-Werken durch spätere Komponisten und Pianisten widmet. Dass sie das ganze „Opus Magnum“ nennt, versteht nur, wer die Programmanordnung erkennt. Denn Nebel folgt der Bach’schen Idee des „Wohltemperieren Klaviers“ und ordnet die Transkriptionen in einer dramatisch interessanten Anordnung an. Ob das wirklich erkennbar ist, bleibt fraglich. Dennoch besticht die Spielweise der Pianistin besonders durch die klangliche Ausdeutung, die anscheinend immer auch am Original orientiert ist, so in Rachmaninows Deutung des Präludiums aus der Violinpartita BWV 1006, bei der man fast schon das Streicheroriginal zu vernehmen glaubt. Oder auch der orgelähnliche Klang bei Silotis Sicht auf das Orgel-Präludium BWV 55. Trotz des insgesamt halligen Klangs dieser Einspielung bleibt es eine wunderbare Entdeckungsreise.