Joseph Haydn (1732-1809)
Sonate e-moll (Hob. Verz. XVI:34)
1. Presto
2. Adagio
3. Vivace molto
Johannes Brahms (1833-1897)
Drei intermezzi op.117
4. Nr. 1 Andante moderato
5. Nr. 2 Andante non troppo e con molto espressione
6. Nr. 3 Andante con molto
Olivier Messiaen (1908-1992)
7. Cantéyodjayă
Cristóbal Halffter (geb. 1930)
8. Introducción Fuga y Final op. 15

Hörbeispiele

Johannes Brahms – Drei intermezzi op.117 Nr. 2 Andante non troppo e con molto espressione Download

 

Cristóbal Halffter – Introducción Fuga y Final op. 15 Download

Rezensionen

Wolf Rosenberg im Südwest-Radio

Booklettext

Das Programm der vorliegenden Einspielung spannt einen großen Bogen zwischen Klaviermusik des 18.-20. Jahrhunderts. Ein bedeutsames Beispiel für das Klavierschafen Joseph Haydns (1732-1809) ist die Sonate e-moll (Hob.Verz. XVI:34), entstanden um 1783. Stilistisch steht sie in Haydns Sonatenschaffen auf der Schwelle zur Klassik und ist (nach U. Leisinger) dem Typus der Sonaten für “Kenner und Liebhaber” zuzuordnen.

Zwei ineinander greifende Motive in Gegenbewegung bilden das Kopfthema des ersten Satzes, während das Seitenthema noch nicht lyrisch-kontrastierend erscheint, sondern ähnlich angelegt ist. Beispielhaft für eine gewisse Nähe zu C. Ph. E. Bach, mit dessen Kompositionen sich Haydn besonders intensiv auseinandergesetzt hat, ist das auskomponierte Arpreggio (Takt 14 ff.) der linken Hand. Ein kompositorisches Element wie dieses ist in Haydns Klavierstil erst seit 1780 aufzufinden.

An Koloraturen reich ist der zweite Satz in G-Dur, der nach einer Modulation H-Dur attacca subito zum dritten Satz führt. Hier verwendet Haydn zu Beginn die Charakterisierung innocentemente, die zu dieser Zeit in der Wiener Klaviermusik gänzlich neu war. Er verdeutlicht hiermit den im besten Sinne “naiven” Tonfall des in Doppelvariationen zwischen e-moll und E-Dur pendelnden Finales.

Zum Spätwerk von Johannes Brahms (1833-1897) gehören die Drei Intermezzi op. 117, von ihm selbst einmal “Wiegenlieder meiner Schmerzen” genannt. Für das erste Intermezzo in Es-Dur empfing er wie für zahlreiche weitere Kompositionen schöpferische Inspiration aus einer Liedstrophe. Sie entstammt dem schottischen Wiegenlied aus Herders “Stimmen der Völker”, dessen erste Zeilen er als Motto dem Stück voranstellte:
“Sanft sanft, mein Kind, schlaf sanft und schön!
Mich dauerts sehr, dich weinen sehn.”
Das zweite Intermezzo b-moll gehört zu Brahms’ tiefgründigsten Klavierstücken. Rückwendung, Hemmung und Zurücknahme bestimmen die Atmosphäre, und dies noch im Ausbruch, im Höhepunkt. Formal steht das Stück gleichwohl auf “klassischer” Höhe der Ausbalanciertheit und Vollkommenheit.

Im dritten Intermezzo in cis-moll vermittelt eine fast durchweg bestehende fünftaktige Periodizität den Eindruck von Unruhe und Unausweichlichkeit. In dem überwiegend im piano- und sotto voce-Ton gehaltenen Stück sind die zweimaligen Entwicklungen zu forte hin das Ergebnis einer immensen Fülle, die sich in verhaltener Leidenschaftlichkeit ausspricht.

Der nächste Schritt des vorliegenden Programms führt zu dem Franzosen Olivier Messiaen (1908-1992). Die Klavierstücke Cantéyodjayă und “Mode de valeurs et d’intensité”, beide 1949 komponiert, wurden im Februar 1954 in Paris uraufgeführt, gespielt von Yvonne Loriod und Loivier Messiaen. Beide Kompositionen verhalten sich zueinander “wie das Gedicht zum Traktat” (Hans Rudolf Zeller), wobei Cantéyodjayă im Vergleich mit dem für die serielle Musik bahnbrechenden “Mode…” als die freiere, sinnlichere Vorform angesehen werden kann.

Über seine Kompositionstechnik sagte Messiaen: “Ich habe mich nie einer Schreibweise absichtlich bedient. Ich verwende Modi und Rhythmen automatisch und instinktiv, ja ohne zu begreifen, dass es anders sein könnte. Warum dies oder jenes verbannen? Wenn ich Lust habe, den Gesang der Vögel zu imitieren oder die râgas der Inder? Wenn ich Lust habe, mich plötzlich er Reihentechnik zu bedienen, weil ich plötzlich ihrer bedarf?”

Der Titel “Cantéyodjayă” heißt soviel wie “Ordnung des Gesanges”. Messiaen hatte sich intensiv mit den Desitâlas, den Rhythmen des alten Indien beschäftigt und über deren wunderbaren Reichtum meditiert. Einige indisch-französische Anweisungen lassen die Nähe hierzu spüren, wieder andere wie “tendre” oder “caressant” die emotionale Intensität dieses hochexpressiven Klavierstücks.

Der spanische Komponist Cristóbal Halffter (geb. 1930) schrieb über die Entstehung seiner Introducción, Fuga y Final op. 15:”Anfangs sollte mein “Introducción, Fuga y Final” eine Sammlung von Stücken unbestimmter Anzahl für Klavier werden. Die ersten Gedanken zu diesem Werk kamen mir Mitte Januar 1957. Und im November desselben Jahres war etwas entstanden, das sich möglicherweise beträchtlich von dem entfernt hatte, was es zunächst hatte werden sollen…

Als ich bereits eine klare Vorstellung hatte, mir der ich versuchen konnte, etwas zu Papier zu bringen, begann ich mit der Gestaltung des heutigen “Final” meines Werkes. Ich wollte eine “Toccata” im Stile Bachs schreiben, was Rhythmus und Form anlangt. Diese Form kann man als Präludium aus drei verschiedenen Teilen bezeichnen:
A, B, A’. A lässt die Atmosphäre einer “Toccata” über dem insistierenden Rhythmus von vier Sechzehntelnoten, die gelegentlich durch Augmentation zu sechs erweitert werden, entstehen…

Nach der “Fuga” wird noch einmal das Thema “Cantabile” wiederholt, das bereits in der “Introductión” zu hören war, ebenso wie einige Takte, die dem Rhythmus und der Vorstellung am Anfang des Werkes entsprechend gebaut sind. Dies schafft eine Atmosphäre, die aus der Grundidee des letzten Satzes entstanden ist und die mir als Übergang zum Beginn des “Final” dient.”
Angelika Nebel

Die CD ist auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (Preis: 10,00 €).

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1. Sonate Nr. 15 en modo dorico
2. Sonata por la Princesa de Asturias C-Dur
3. Sonate Nr. 21 cis-moll
4. Sonate Nr. 113 e-Moll
5. Sonate Nr. 34 E-Dur
6. Sonate Nr. 86 D-Dur
7. Sonate Nr. 24 d-Moll
8. Sonate Nr. 90 Fis-Dur
9. Sonate Nr. 25 en modo dorico
10. Sonate Nr. 23 Des-Dur
11. Sonate Nr. 18 en modo dorico
12. Sonate Nr. 88 Des-Dur

Hörbeispiele

Sonate Nr. 21  cis-Moll Download

 

Sonate Nr. 88 Des-Dur Download

Rezensionen

Manfred Karallus im Hessischen Rundfunk, 02.03.2003
Carsten Dürer in PianoNEWS, Ausgabe 01/02 2003

Booklettext

Meine Erinnerungen: Wir betreten die granitene Welt des Escorial, die nach außen hin abweisend wirkt und eher einer Festung gleicht. Im Inneren befinden sich die königlichen Wohn- und Schlafgemächer, wenige Schritte weiter eine kleine Kapelle. Wir steigen tief hinab zu den steinernen Sarkophagen und wenden uns wieder aufwärts zum Tageslicht. Wie von einer Last befreit erreichen wir im gleißenden Licht der spanischen Sonne das Gärtchen des benachbarten Klosters San Lorenzo: Hier ist Leben, atmende Ruhe, ein Brunnen, schattiges Grün. Hier auch haben der Infant Don Gabriel und sein Lehrer, Padre Antonio Soler, ihre täglichen Spaziergänge gemacht, und es wird berichtet, dass Don Gabriel die Schalmei so virtuos erklingen ließ, als hätten sich sämtliche Hirten Arkadiens versammelt.

Im Kloster San Lorenzo schrieb Soler für seinen musikalisch hochbegabten Schützling, der mehrere Instrumente zu spielen verstand, eine Fülle von Sonaten, voller Anmut und Unbeschwertheit.

Als Sechsjähriger war Antonio Soler in die berühmte Singschule der Benediktinerabtei in Montserrat aufgenommen worden, wo er eine umfassende Ausbildung erhielt. Im Alter von 16 Jahren trat er die Kapellmeisterstelle am Dom zu Lérida an und wurde mit 23 Jahren als Organist und Kapellmeister an den Escorial berufen, wo er auch Gelegenheit hatte, bei dem berühmten Domenico Scarlatti Unterricht zu nehmen. Zur gleichen Zeit trat er dem Hieronymitenorden bei, wurde Mönch und lebte bis zu seinem Lebensende im Kloster San Lorenzo.

Die Musik wurde am Hofe sehr gepflegt und man sprach geradezu von einer “Melomanie”. Die besten Instrumente der Zeit standen zur Verfügung, darunter mehrere Hammerflügel und einige Cembali mit besonders großem Tonumfang. Hier konnte Soler seiner Experimentier- und Spielfreude freien Lauf lassen. In seinen zumeist für den Infanten Don Gabriel komponierten Sonaten schöpft er aus dem großen Fundus spanischer Musik und zuweilen ist es, als hörten wir Händeklatschen und Kastagnetten-Spiel, das Rasseln eines Schellen-Tamburins, Schalmeien-Klänge oder tiefe Orgelregister. Er führt die Virtuosität der Scarlatti-Sonaten fort: wir finden das Spiel mit gekreuzten Händen, weite Oktavsprünge über mehrere Lagen, schnelle Repetitionen, rauschende Arpeggiokaskaden, aber auch neue, unerwartete harmonische Wendungen.

In den Memorias Sepulcrales, in denen über das Laben in San Lorenzo berichtet wird, ist zu lesen, dass Padre Soler ein äußerst fleißiger und gewissenhafter Mönch und Musiker war. Er hat mit seinen Sonaten eine Musik geschaffen, die eine große Welt- und Lebensfreude ausstrahlt und die der angesehene Soler-Kenner Santiago Kastner so beschreibt: “Der um 44 Jahre ältere Domenico Scarlatti ist dem Barock weit inniger verbunden als Soler. Dieser dagegen ragt in die Epoche des galanten Stils hinein. Hin und wieder schlägt der Hieronymitenbruder Töne an, als ob sie das Nahen Mozarts ankündigen. Wie hat er es nur fertig gebracht, in der tiefsten, granitenen Welt des El Escorial Musik zu schöpfen, welche, abhold allem geistigen oder geistlichem Tiefsinn, helle Freude ausstrahlt, sich mit spitzbübischen Lächeln und graziösen Gesten in spontaner Frivolität ergeht.”
Angelika Nebel

Die CD ist auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (LETZTE EXEMPLARE) (Preis: 19,99 €).

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CD 1
Sonate c-moll
(Hob.XVI:20)
1. Moderato
2. Andante con moto
3. Allegro

Sonate g-moll
(Hob.XVI:44)
4. Moderato
5. Allegretto Sonate e-moll

Sonate B-Dur
(Hob.XVI:41)
6. Moderato
7. Allegretto Sonate h-moll

Sonate F-Dur
(Hob.XVI:29)
8. Moderato
9. Adagio
10. Tempo di Minuet Sonate E-Dur

CD 2
Sonate C-Dur
(Hob.XVI:21)
1. Allegro
2. Adagio
3. Finale Presto

(Hob.XVI:34)
4. Presto
5. Adagio
6. Vivace molto

(Hob.XVI:32)
7. Allegro moderato
8. Menuet
9. Finale Presto

(Hob.XVI:31)
10. Moderato
11. Allegretto
12. Finale Presto

Hörbeispiele

(Hob.XVI:32) 7. Allegro moderato Download

Rezensionen

Manfred Karallus im Hessischen Rundfunk
Klassik Radio
Paul Fiebig im SWR 2

Booklettext

“Die Kunst ist frei und soll durch keine Handwerksfesseln beschränkt werden. Das Ohr, versteht sich ein gebildetes, muß entscheiden, und ich halte mich befugt wie irgendeiner, hierin Gesetz zu geben.”
Joseph Haydn

Gleich einer nie versiegenden Quelle erschließt sich die Klaviermusik Joseph Haydns. Etwa im Mai 2000 entstand der Wunsch, mich intensiver mit Haydns Sonaten aus der Zeit um 1765 bis 1785 zu befassen, einer Zeit besonderer Experimentierfreudigkeit und Produktivität, in der fast 30 Sonaten entstanden sind.

Seit 1760 war Haydn am Hofe Fürst Esterháys angestellt und äußerte sich einmal, wie wir von seinem Biographen Griesinger wissen, entschieden positiv über seine Abgeschiedenheit in Esterháza: “Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten zufrieden, ich erhielt Beyfall, ich konnte als Chef eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt, und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen; ich war von der Welt abgesondert, Niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich original werden.”

Mit außerordentlicher Experimentierlust beschritt er neue Wege. Diese erstreckten sich in Haydns Kompositionskunst insbesondere auf die Themenbildung, die Harmonik, die Klangfarben in der Instrumentalmusik und vor allem auf seine formale Erfindungsgabe. Haydns Musik ist “Klangrede”, sie spricht zu uns, und dies in aller nur denkbaren affektbetonten Empfindung. Es ist die Rede von stillem Jubel, expressivstem Aufbegehren, von spielerisch-unschuldiger Lebensbejahung und übermütigem Witz bis zum Kapriolen-Schlagen, um nur einige dieser Facetten zu nennen.

Innerhalb des Sonatenschaffens ist neben dem unerschöpflichen Ideenreichtum auch die Vielfalt in der Wahl der Tonarten beeindruckend, und bei der Auswahl verfolgte ich das Ziel, die Sonaten der vorliegenden Einspielung u.a. in der Zusammenstellung der Tonarten zu einem harmonischen Ganzen werden zu lassen.

Es ergab sich schließlich eine musikalisch-logische Folge, in der #- und b-, Dur und Moll-Tonarten ebenso ausbalanciert sind, wie die Quint- und Terzbezüge der Tonarten untereinander: c-moll – g-moll – B-Dur – F-Dur sowie C-Dur – e-moll – h-moll – E-Dur.
Die Faszination, die Haydns Musik auf mich ausübt, kann kaum genauer ausgedrückt werden, als es Ludwig Finscher tut:
“Es ist eine Sprache der reinen Schönheit, der praktischen Vernunft, der hellen Geistigkeit und des tiefen Gefühls. Ganz am Ende war Haydn im tieferen Sinne als jeder andere Komponist der Komponist der Aufklärung.”
Angelika Nebel

Die CD ist auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (Preis: 20,00 €, zzgl. Versand).

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Die vorliegende Einspielung mit der Pianistin Angelika Nebel bildet die Fortsetzung und den Abschluss eines zwei CDs umfassenden Projektes mit dem Titel “Opus Magnum”. Wie in der vorausgegangenen CD “Opus Magnum Vol. I” (hänssler classic HC16101) berücksichtigt auch dieses Programm 12 Transkriptionen für Klavier von Werken Johann Sebastian Bachs.

Das Prinzip des Wohltemperierten Claviers aufgreifend, die Auswahl der nun insgeamt 24 vorliegenden Bearbeitungen “durch alle Tone und Semitonia” anzuordnen, bot der Pianistin den konzeptionellen Rahmen. Diese folgen jedoch nicht dem Bach’schen Prinzip der chromatisch aufsteigenden Dur- und Moll-Tonarten, sondern sind ihr ihrer Anordnung das Ergebnis einer von der Künstlerin individuell entwickelten Dramaturgie.

In den letzten Jahren hat sich Angelika Nebel intensiv mit der Musik Johann Sebastian Bachs und dem reichen Schatz der Klaviertranskriptionen von Werken des Thomaskantors aus der Feder zahlreicher Bearbeiter auseinandergesetzt.

CD-Programm

1 Alexander Siloti (1863-1945)
Paraphase über das Präludium Cis-Dur BWV 872
Fis-Dur

2 Serge Rachmaninow (1873-1943)
Präludium aus der Partita III für Violine solo BWV 1006 E-Dur

3 Alexander Siloti (1863-1945)
Orgel-Präludium BWV 555 e-Moll

4 Alexander Siloti (1863-1945)
Andante aus der 2.Sonate für Violine solo BWV 1003 D-Dur

5 J.S. Bach (1685-1750)
Fuge aus der Violinsonate a-Moll BWV 964) d-Moll

6 Antonio Tirabassi (1882-1947)
Gavotte Première und Gavotte Seconde aus der Suite für Laute
BWV 995
g-Moll

7 Richard Burmeister (1860-1944)
Präludium Nr. 8 BWV 853
es-Moll

8 Émile Naoumoff (*1962)
“Betrachte, meine Seel mit ängstlichem Vergnügen” aus der
Johannes -Passion BWV 245
Es-Dur

9 Alfred Cortot (1877-1962)
Arioso aus dem Klavierkonzert BWV 1056
As-Dur

10 Émile Naoumoff (*1962)
“Aus Liebe will mein Heiland sterben” aus der Matthäus –Passion
BWV 244
a-Moll

11 William B.Goldberg (1917-2008)
Aria „Schafe können sicher weiden“ aus Kantate „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“ BWV 208
H-Dur

12 Frank Zabel (*1968)
Aria “Erbarme dich” aus der Matthäus-Passion BWV 244
h-Moll

Hörbeispiele

H-Dur – Goldberg – “Schafe können sicher weiden” aus der Kantate BWV 208 Download

 

h-Moll – Zabel – “Erbarme dich, mein Gott” aus der Matthäus Passion BWV 244 Download

 

Die CD erschien am 16. Februar 2018 bei hänssler CLASSIC und ist im Handel oder auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen
(Preis: 19,99 €).

 

 


Stiftung van Meeteren

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Das Programm bildet die Fortsetzung der CD „Bach ILLUMINATIONES“ (2014) und “Metamorphosis” 2013, beide erschienen bei hänssler CLASSIC.

Im Programm der CD ist das 21. Jahrhundert mit dem Komponisten und Transkriptor Frank Zabel und Wagner Prado vertreten. Der junge Pianist brasilianischer Herkunft, Wagner Stefani d`Aragona Malheiro Prado, übernimmt den zweiten Part in einer vierhändigen Transkription. Angelika Nebel spielt in dem Programm zwei ihrer eigenen Transkriptionen.
Die CD umfasst Transkriptionen von Gustav Martin Schmidt, Samuel Feinberg, Angelika Nebel, Wagner Stefani d’Aragona Malheiro Prado, Harriet Cohen, Eugen D’Albert, P. Froeding, Edwin Fischer und Harold Bauer.

CD-Programm

1 Gustav Martin Schmidt (Jahreszahlen nicht zu ermitteln)
Ouvertüre aus der Orchestersuite BWV 1066
zu vier Händen (2. Flügel Wagner Prado)
C-Dur

2 Samuil Jewgenjewitsch Feinberg (1890-1962)
Choralbearbeitung “Wer nur den lieben Gott läßt walten” BWV 647 aus den „Schübler-Chorälen“
c-Moll

3 Angelika Nebel (*1947)
Aria di Giovannini BWV 518
“Willst du dein Herz mir schenken”
Thema mit Variationen
Cis-Dur

4 Angelika Nebel (*1947)
Choralsatz “Jesus nimm dich deiner Glieder“ aus der Kantate
„Darzu ist erschienen der Sohn Gottes“ BWV 40 gis-Moll

5 Wagner Stefani d`Aragona Malheiro Prado (1982*)
“Deposuit Potentes” aus dem “Magnificat” BWV 243 fis-Moll

6 Harriet Cohen (1895-1967)
Choralvorspiel “Liebster Jesu, wir sind hier” BWV 731
G-Dur

7 Eugen d´Albert (1864-1932)
Präludium und Fuge BWV 534
f-moll

8 Samuil Jewgenjewitsch Feinberg (1890-1962)
„Fantasia super `Valet will ich dir geben`” BWV 735
B-Dur

9 P. Froeding (Jahreszahlen nicht zu ermitteln)
Gavotte aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068
A-Dur

10 Edwin Fischer (1886 -1960)
Siciliano aus dem Konzert E-Dur BWV 1053
cis-Moll

11 Harold Bauer (1873-1951)
Aria aus der Kantate „Schwingt freudig euch empor“ BWV 36 F-Dur

12 Harold Bauer (1873-1951)
“Die Seele ruht in Jesu Händen” aus der Kantate BWV 127
b-Moll

 

Hörbeispiele

Willst du dein Herz mir schenken (Aria di Giovannini), BWV 518 Download

 

Die Seele ruht in Jesu Händen aus Kantate BWV 127 Download

 

Interview mit Angelika Nebel

Beitrag “Alle Tonarten” – Interview mit Angelika Nebel mit Musikbeispielen zur Bach-CD Opus magnum I im Internet-Forum “O-Ton”, Chefredakteur Michael S. Zerban.
https://o-ton.online/medien/

Rezensionen

Hans-Klaus Jungheinrich auf faust-kultur
Badische Zeitung
CLASS:aktuell 2017/Nr. 2
FONO FORUM Juli 2017 verleiht Opus Magnum den “Stern”
pizzicato, 24.07.2017
Piano News, November 2017

Die CD erschien am 27. April 2017 bei hänssler CLASSIC und ist im Handel oder auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (Preis 19,99 €).

 

 


Stiftung van Meeteren

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Aus der nahezu unerschöpflichen Fülle der Möglichkeiten begeisterte mich die Entwicklung einer weiteren CD mit Bach-Transkriptionen.

Das Programm wurde unter Berücksichtigung verschiedener stilistischer Parameter nach der Tonartenfolge der Bachschen Inventionen und Sinfonien angeordnet. Erstmals befinden sich darin auch drei eigene Transkriptionen und eine kompositorisch – pianistische Ko-Produktion mit dem jungen Pianisten Wagner Stefani d’Aragona Malheiro Prado in einer Transkription für zwei Klaviere.

CD-Programm

C-Dur Präludium und Fuge BWV 545
Franz Liszt (1811-1886)

c-Moll Siciliano aus Violinsonate BWV 1017
Eric Kuhlstrom (1860-1940)

D-Dur Aria aus Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068
Wagner Stefani d`Aragona Malheiro Prado (geb.1982)

d-Moll Giga aus Partita Nr. 2 d-Moll f. Violine solo BWV 1004
Frank Zabel (geb. 1968)

Es-Dur Choralvorspiel Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645
Ludwig Stark (1831-1884)

E-Dur Gavotte en Rondeau aus Partita Nr. III BWV 1006 für Violine solo
Ernst Pauer (1826-1905)

e-Moll Choralvorspiel Aus der Tiefe rufe ich BWV 745
Theodor Szántò (1877-1934)

F-Dur Pastorella BWV 590
W. Gillies Whittaker (1876-1944)
I Allegretto e tranquillo
II Moderato
III Andante cantabile e espressivo
IV Allegro

f-Moll Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ BWV 639
Angelika Nebel (geb. 1947)

G-Dur Kommst Du nun, Jesu, vom Himmel herunter BWV 650
Angelika Nebel (geb. 1947)

g-Moll Präludium und Fuge Nr6 BWV 558
Dmitry Kabelevsky (1904-1987)
I Präludium
II Fuge

A-Dur In dulci jubilo BWV 729
William Murdoch (1888-1942)

a-Moll Adagio aus Orgeltoccata BWV 564
Angelika Nebel (geb.1947)

B-Dur Schafe können sicher weiden aus der Kantate Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd BWV 208
Egon Petri (1881-1962)

h-Moll Nun komm der Heiden Heiland aus der gleichnamigen Kantate BWV 62
Angelika Nebel (geb.1947), Wagner Stefani d`Aragona Malheiro Prado (geb.1982)

Hörbeispiele

Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter aus den Schübler- Chorälen BWV 650 Download

 

Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 62 (Arr. W.S.D.M. Prado) Download

Auszüge aus dem CD-Programm im Video

Sheep may safely graze BWV 208

f-Moll Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ BWV 639

a-Moll Adagio aus Orgeltoccata BWV 564

Ankündigung hänssler CLASSIC

Rezensionen

NMZ, April 2015
Neue Bachgesellschaft e.V., Mitteilungsblatt Nr. 75 Winter 2014/ 2015
NMZ, Dezember 2014
Kieler Nachrichten, 12. Januar 2015
Badische Zeitung, 24. Januar 2015
FAZ, 16. Februar 2015

Auszug aus dem CD-Booklet

Im Zusammenhang mit dieser CD-Produktion führte Jens Markowsky das nachfolgende Gespräch mit Angelika Nebel.
J.M.: Frau Nebel, es gibt wohl keinen anderen Komponisten, dessen Werke so häufig bearbeitet wurden – und bis auf den heutigen Tag auch werden – wie jene Johann Sebastian Bachs. Sie legen hier Ihre dritte CD-Einspielung mit Klaviertranskriptionen Bachscher Musik vor. Und dies sicherlich nicht, weil „aller guten Dinge drei sind“. Was fasziniert Sie am meisten an den Bearbeitungen von Kompositionen Johann Sebastian Bachs?

A.N.: Es ist sicherlich die Fülle, die sich hier bietet, sei es im transkribierten Werk selbst oder seien es die Strukturen und die sich daraus ergebenden gestalterischen Möglichkeiten. Bis heute geht die Auseinandersetzung mit dem Thema der Transkription ja immer weiter, wie die Namen Zabel, Prado und nun auch mein eigener in diesem CD-Programm widerspiegeln.
Erstmalig stellen Sie eigene Bach-Transkriptionen vor, und zwar, wie ich finde, höchst interessante und gelungene. War es Ihnen nach so intensiver Recherche im Bereich der Bach-Klaviertranskriptionen schließlich ein besonderes Anliegen, selbst zu transkribieren? Und darf ich Sie bitten, etwas zu Ihren eigenen Transkriptionen zu sagen?!

Das nahezu unerschöpfliche Thema der Transkriptionen von Werken Johann Sebastian Bachs beschäftigt mich nun seit einer Reihe von Jahren. Folgerichtig wohl kam dann 2013 der Moment, in dem ich zum Notenpapier griff, um selbst zu schreiben. Das Orgelstück ,Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ’, BWV 639, inspirierte mich zuallererst. Beim Schreiben wurde ich von der Idee erfasst, den cantus firmus bei der Wiederholung eine Oktave tiefer zu setzen, was auf mich wie eine ,Resonanz’ des zuvor Gehörten wirkte und darin noch ,dunkler’ und ,tiefer’ timbriert als zuvor. Mit dem Hinzufügen intensivierender Oktavverdopplungen an sinnvoller Stelle verband sich die Vorstellung eines ,inneren Crescendos’, eines behutsamen Wachsens auf einen melodischen oder harmonischen Zielton hin, was auch hier der Vertiefung des musikalischen Geschehens dienen sollte.[…]

 

 

Die CD ist bei hänssler CLASSIC erschienen und im Handel erhältlich oder auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen
(Preis: 17,99 €).

 

 


Stiftung van Meeteren

Posted in CD

Walter Braunfels (1882-1954)
Präludium & Fuge A-Dur BWV 536
01 – Präludium
02 – Fuge

Igor Iljin (1909-1959)
03 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 661

Arthur Briskier (1902-1976)
04 Fuge g-Moll BWV 578

Clarence Lucas (1866-1940)
05 Pastoralsymphonie aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248

Serge W. Didenko (*1944)
06 Herr Christ, der einge Gottessohn / Herr Gott, nun sei gepreiset BWV 601

Serge W. Didenko
07 Christ, unser Herr, zum Jordan kam BWV 684

Carl Tausig (1841-1871)
08 O Mensch, bewein dein Sünde groß BWV 622

R. Vaughan Williams (1872-1958)
09 Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ BWV 649

Isidore Philipp (1863-1958)
10 Siziliano aus der Sonate Es-Dur für Querflöte und Klavier BWV 1031/2

A. Goncharov
11 Wer nur den lieben Gott lässt walten BWV 642

William Murdoch (1888-1942)
12 Ein feste Burg ist unser Gott BWV 720

Igor Iljin (1909-1959)
13 Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig BWV 644

Wagner Stefani D´Aragona Malheiro Prado (*1982)
14 Ricercar a 6 aus dem „Musikalischen Opfer“ BWV 1079

 

Hörbeispiele

Wagner Stefani D´Aragona Malheiro Prado – Ricercar a 6 aus dem „Musikalischen Opfer“ BWV 1079 Download

Rezensionen

Klassik-Heute, 24. Juni 2013
Badische Zeitung, 09. Februar 2013
Correspondenz Nr. 35, Februar 2013
BR KLASSIK, 04. April 2013
Fono Forum, Mai 2013
Faust Kultur, Mai 2013
ORF, Juni 2013

Auszug aus dem Booklettext

Welch’ einer immensen Herausforderung haben sich die zahlreichen Komponisten gestellt, um die Vieldeutigkeit der Musik J. S. Bachs in einer Bearbeitung in eine neue und genuine Form zu verwandeln! Auf der vorliegenden Einspielung präsentiert Angelika Nebel eine Reihe von weniger bekannten Bach-Transkriptionen des 19. bis 21. Jahrhunderts, die sich überwiegend auf Orgelwerke (vor allem Choralbearbeitungen) beziehen. Ihre Auswahl bietet einige Welt-Ersteinspielungen und eröffnet einen bereichernden Blick auf die Vielfalt Bachscher Klaviertranskriptionen.
Angelika Nebel verbindet in ihrem Spiel musikalische Integrität, menschliche Wärme und konzentrierte architektonische Strenge.

Die CD ist bei hänssler CLASSIC erschienen und im Handel erhältlich oder auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (Preis: 15,50 €).


Stiftung van Meeteren


F.W. Hempel & Co

J.S. Bach Gesellschaft Wiesbaden

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Robert Franz (1815-1892)
Suite c-Moll für Laute
BWV 997

Frank Zabel (*1968)
Sonate g-Moll f. Violine solo
BWV 1001

Carl Tausig (1841-1871)
Wir glauben All` an einen Gott, Schöpfer
BWV 681
Das alte Jahr vergangen ist
BWV 614

August Stradal (1860-1930)
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend!
BWV 632

Camille Saint-Saens (1835-1921)
Sinfonia aus Kantate Geist und Seele sind verwirret
BWV 35

Walter Rummel (1887-1935)
Choral Ertödt’uns durch dein Güte
BWV 22
Aria Zu Tanze, zu Sprunge (Tanzlied des Pan)
BWV 201

Herbert Murrill (1909-1952)
Was Gott thut, das ist wohlgetan
BWV 75

G.M. Cooper (1892-1947)
Aria Jesus Christus, Gottes Sohn
BWV 4

Myra Hess (1890-1965)
Choral Jesus bleibet meine Freude
BWV 147

Hörbeispiele

Robert Franz – Suite c-Moll für Laute, BWV 997 Download

Rezensionen

Rhein-Zeitung, 15. Oktober 2009
Badische Zeitung, 08. Mai 2010
Kieler Nachrichten, 15. Juni 2010
MDR FIGARO, 19. Juni 2010
BR KLASSIK, 30. September 2010
Piano News, Oktober 2010
FONO FORUM, Oktober 2010
Correspondenz Nr. 33, Dezember 2010

Auszug aus dem Booklettext

Das hier von der Pianistin Angelika Nebel präsentierte außergewöhnliche Programm trägt den Titel „Bach-Transkriptionen für Klavier“. Zunächst ganz sachlich gesehen bedeutet dies im Kern: Übertragungen von Kompositionen des großen Thomaskantors – sowohl von ursprünglich instrumentalen wie auch von vokalen – auf das Klavier. Dies wiederum heißt nichts anderes, als dass es sich um Bearbeitungen handelt. Die eingespielten Transkriptionen umfassen den Zeitraum von knapp zwei Jahrhunderten, dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie bieten bisher kaum gehörte Bach-Bearbeitungen mit gewissermaßen „Seltenheitswert“ und sind als CD-Einspielungen zum größten Teil Erstveröffentlichungen […].
Jens Markowsky
Literaturempfehlung
Arthur Schanz
J.S. Bach in der Klaviertranskription
Verlag Karl Dieter Wagner, Eisenach 2000
ISBN 3-88979-082-8

Die CD ist bei ars musici erschienen und im Handel erhältlich oder auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (Preis: 15,50 €).


Stiftung van Meeteren


F.W. Hempel & Co

J.S. Bach Gesellschaft Wiesbaden

Posted in CD

1-13 Kinderszenen, Leichte Stücke für das Pianoforte op. 15 (1838)

14 Arabeske op. 18 (1838/39)

15-17 Drei Fantasiestücke op. 111 (1851)

18*) “Schön Hedwig” Ballade von Friedrich Hebbel op. 106 (1849)

19*) “Ballade vom Heideknaben” von Friedrich Hebbel op. 122 Nr. 1 (1853)

20*) “Die Flüchtlinge” Ballade von Percy B. Shelley op. 122 Nr. 2 (1852/53)

21-25 Gesänge der Frühe op. 133 (1853)

26-31 Thema mit Variationen – Clara gewidmet (“Geister-Variationen”) o.Op. (1854)

*)Diese Composition können auch ohne Declamation als selbstständige Clavierstücke ausgeführt werden.
Robert Schumann

Hörbeispiele

Kinderszenen, Op. 15-3 Download

 

Phantasiestücke, Op. 111-1. Download

 

Die Flüchtlinge (Der Hagel klirrt nieder), Op. 122-2 Download

 

Gesänge der Frühe, Op. 133-3. Lebhaft Download

 

Gesänge der Frühe, Op. 133-4. Bewegt Download

 

Geister-Variationen, WoO24 Download

 

Rezensionen

Interview mit dem Musikwissenschaftler Dr. Michael Struck, Schumann-Preisträger 2010 – www.kn-online.de
Irmgard Knechtges-Obrecht zu: Robert Schumann – Neu zu entdecken, www.schumann-portal.de
CD-Tipp vom 1.2.2007 von Michael Schmidt im BR4
“Platte des Jahres”, in der FAZ empfohlen von G.R. Koch, 02.12.2006
Gerhard R. Koch in der FAZ, 25.11.2006
Carsten Dürer in PianoNEWS, Ausgabe 09/10 2006
Note 1, Ausgabe 05/06

Booklettext

Jahrzehnte hat die Musikwelt ein Bild des Komponisten Robert Schumann mit sich herumgeschleppt, das durch Klischees verzerrt war. Zu solchen Klischees gehört das Bild vom realitätsfernen Träumer – was Schumanns populärstes Klavierstück Träumerei und Eduard Bendemanns bekannte posthume Kohlezeichnung der verträumt auf die Hand gestützten Schumann-Kopfes allzu gut zu bestätigen scheinen.

Klischeehaft ist auch die Vorstellung Schumann sei vor allem ein Meister der “kleinen Form” gewesen. Die Zeitgenossen des Komponisten haben das mit Recht differenzierter gesehen. Sie spürten, dass auch der Symphoniker Schumann Gewichtiges zu sagen hatte. Und wer geschäftlich mit ihm zu tun hatte – wie die Korrespondenten der von Schumann mitgegründeten und jahrelang geleiteten Neuen Zeitschrift für Musik oder seine Verleger -, der merkte bald, dass sich Schumann in mancher Hinsicht bemerkenswert gut im realen (Geschäfts-)Leben auskannte. Robert Schumann, der Prototyp des “romantischen” Komponisten, ist also in mancher Hinsicht neu oder wieder zu entdecken. Das gilt auch für bestimmte Bereiche seines Schaffens – etwa die Werke der letzten Schaffensjahre, die man lange Zeit so stark von der tragischen Geisteskrankheit belastet glaubte, dass man ihre Neuartigkeit, Eigenständigkeit und ihren künstlerischen Mut kaum wahrzunehmen vermochte.
Aber auch im Hinblick auf die künstlerische Wiedergabe und die Aufführungsgeschichte seiner Musik ist Neues zu entdecken. In diesem Sinne möchte die vorliegende CD unbekannte oder lange Zeit verschüttete Seiten des genialen Klavierkomponisten Schumann freilegen. Dabei zeigen die Titel der hier versammelten Werke – “Szenen”, “Arabeske”, “Gesänge”, “Balladen” und “Fantasiestücke” (in Anspielung an E.T.A. Hoffmanns “Phantasiestücke in Callots Manier”) – die Spannweite und Ausdruckskraft des romantischen Charakterstückes in seinen Beziehungen zu den Schwesterkünsten Dichtung und Malerei.

Ein weiterer roter Faden der CD ist die Gegenüberstellung des “frühen” und des “späten” Schumann – was leider immer noch ziemlich deckungsgleich ist mit dem Gegensatz zwischen “populären” und dem “unbekannten” Schumann. So zählen die Ende der 1830er Jahre entstandenen Kinderszenen op. 15 und die Arabeske op. 18 zu Schumanns beliebtesten Klavierwerken überhaupt, während die im Oktober 1853 komponierten Gesänge der Frühe in Musikleben und Musikforschung lange Zeit ein Schattendasein führten. Das änderte sich erst in jüngerer Zeit, als Künstler, Musikwissenschaftler und Hörer alte Denk- und Urteilsklischees über Schumanns Schaffen zu hinterfragen und sich intensiver mit den späten Werken auseinanderzusetzen begannen.
Dr. Michael Struck

Die CD ist bei ars musici erschienen und im Handel erhältlich oder auf Wunsch signiert bei Angelika Nebel zu bestellen (Preis: 15,50 €).

 

Stiftung van Meeteren


Düsseldorf Kunststiftung NRW


F.W. Hempel & Co

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