
Clara Schumann
| 1 | Sieben Variationen über eine Thema von Robert Schumann op. 20 |
| 9 |
Drei Romanzen op. 21 a-Moll F-Dur g-Moll |
| 13 |
Präludien und Fugen op. 16 g-Moll B-Dur d-Moll |
| 19 |
Vier flüchtige Stücke op. 15 F-Dur a-Moll D-Dur G-Dur |
recensions:
Ursula Mehling
in
VIVA VOCE, aug 2006
abstract of the booklet text:
Warum werden Clara Wieck-Schumanns Werke selten gespielt und noch seltener als eigenständig angesehen?
Weshalb begibt man sich damit der Möglichkeit, Neues und Lebendiges aus der Zeit der Romantik zu erfahren -
zumal die Konzertprogramme unseres Musiklebens doch wirklich nicht von besonderer Phantasie und Wagemut geprägt sind?
Vor einigen Jahren hatte ich mit Erfolg vorgeschlagen, bei einem Konzert der "Frankfurt Feste" auch Kompositionen
von Clara Schumann in das Programm einzubeziehen. Dies war der Anfang einer sich ständig weiterentwickelnden Auseinandersetzung
mit Clara Schumann als Komponistin und als Persönlichkeit.
Es liegt ein weiter Weg zwischen den ersten kompositorischen Versuchen, wie sie sich in den "Quatre Polonaises pour
le pianoforte" op. 1 finden, die 1831 im Druck erschienen - Clara war damals 12 Jahre alt -, und den "3 Romanzen"
op. 11, dem Werk, das sie als letztes vor ihrer Eheschließung mit Robert Schumann schrieb. Wenn auch die Häufung der
durchgehenden Achtel der Linken in den Polonaisen etwas steif wirkt, überraschen dagegen schon hier kühne harmonische
Wendungen, die immer wieder ihr Werk auszeichnen werden.
Über die junge Clara Wieck schreibt der Zeitgenosse und Freund Johann Peter Lyser fein beobachtend: "Es ist, als
wisse das Kind eine lange aus Lust und Schmerz gewobene Geschichte zu erzählen und dennoch - was weiß sie? - Musik!"
Wie bewegt sich ein solcherart begabtes, mit den feinen Antennen des Künstlerischen ausgestattetes Geschöpf in der damaligen Zeit?
Erfolgszwang dürfte ein verinnerlichtes "Motto" gewesen sein. Schon vor der Geburt wurde Clara von ihrem Vater
Friedrich Wieck, der sie später mit rigider Strenge zur Virtuosin erzog, zur "Ausnahmeerscheinung" stilisiert. Nach
seiner Scheidung von Claras Mutter lebte sie allein mit ihm in streng reglementiertem Tagesablauf. Er ließ sie in
Kontrapunkt, Instrumentation, Harmonielehre und im Geigenspiel ausbilden, bot ihr eigenen Unterricht, aber er war,
weiß Gott, dabei nicht zimperlich. Später hat sie beklagt, daß sie nie lesen durfte, daß er gedroht habe, sie dürfte,
wenn sie weiterhin so faul und unfolgsam sie, nur noch Tonleitern, Cramers Etüden und Czernys Trillerübungen spielen,
und noch beim Sherzo op. 10 mußte sie offenbar bitten: "Das misterioso (T. 333) streich' mir aber ja nicht weg, denn
das ist das Schönste im ganzen Dinge."
Erfolgswunsch bestand natürlich auch im Blick auf die pianistische Karriere - die Zeit war hart und in turbulenter Bewegung,
jede Stadt mußte erobert werden, abwägend, ob Listz, Thalberg und viele andere kurz vor- oder nachher Konzerte gaben.
Von Anfang an war ich begeistert von der Kühnheit der musikalischen Gedanken Claras. Wo Robert Schumann wohl
oft in die eigene Welt sich hat zurücknehmen können und darin, bei allen Widersprüchen wie im Komponierten selbst
sich fand, hat Clara Wieck-Schumann vielleicht öfter Außen-Welt aufgenommen, wobei es hieß: bestehen oder nicht
bestehen - vor Publikum, im Kampf um Anerkennung wie auch im ökonomischen Umgang mit kostbarer Zeit.
[...] Die Resonanz des Publikums im Konzertsaal nach dem Hören eines Werkes von Clara Schumann war interessanterweise
oft lebhafter und erfreuter als die einiger Kritiker. So hieß einmal eine Überschrift "Clara im Schatten von Robert" - zu einem
Konzert, bei dem es mein Anliegen war, Werke beider gleichberechtigt wirken zu lassen. Doch gibt es auch Gegenbeispiele:
"...brach für Roberts Frau und Brahmsens Freundin eine Lanze."
Angelika Nebel
This CD is published and available by Angelika
Nebel. Upon request CD´s can be autographed (Price: 15,00 €
plus forwarding charges).
